Heute sind wir alle ganz früh aufgestanden um im Meer zu baden. Normalerweise kommt der Wind nämlich frühstens um 10 Uhr. Das Meer war ein Traum! Türkis und man konnte ewig weit ins Wasser laufen. Wellen waren auch vorhanden, um damit zu spielen. Die Kids sind immer von einer kleinen Anhöhe ins Wasser gerannt und wieder zurück. Man darf ja nur bis zum Bauchnabel nass werden, also kann man sich schon denken, wie weit sie ins Wasser gerannt sind! Andre hat sein frühmorgendliches Geschäft zum ersten mal in seinem Leben im Meer gemacht. Er war aufgeregt wie ein Kind. Süß, er fragte mich, ob ich es das gewisse Etwas gesehen hätte und erklärte mir genau den Vorgang. Wie es hochploppte und dann mit der Strömung in die andere Richtung abgetrieben wurde. Seine größte Sorge war, dass es genau auf ihn zu getrieben wird!!! Zu guter Letzt sind wir alle am Strand entlang spaziert, da Andre sich brennend dafür interessierte, ob „es“ schon von Fischen aufgegessen wurde oder doch eher nicht. Man glaubt es kaum, wir haben glatt“ mini, kleine Stückchen“ am Strand liegen sehen…von wem auch immer! Männer sind schon Schweine!!! Meine Versuche den Jungs das Bodyboarden näher zu bringen scheiterten, es ist ihnen einfach zu nass! Nach diesem entspannten Morgen sind wir dann zum Bulli frühstücken und ab in die City. Die Jungs halten ihren Mittagsschlaf meistens im Auto. Auch diesmal sind sie direkt eingeschlafen. Wir haben sie pennen lassen, Andre hat sich dazu gelegt und jeder zweite glotzte in den Wagen und hat sich sein Teil gedacht!!! Ich habe mir in der Zwischenzeit die Shops angeguckt. Immer mit dem Hintergedanken, ob und wo wir hier gut unseren Schmuck „Tejita“ verkaufen könnten. In Tarifa gibt es viele Läden, die nur ihren eigenen Label verkaufen, wie z.B. Sandcolor und Guau. Die Shops sind super hergerichtet und dekoriert. In einem Schmuckladen habe ich mich so lange umgeguckt, dass ich mir vor lauter schlechtes Gewissen eine Kette kaufte, da die Verkäuferin sich so bemühte!! Die werde ich nach dem Urlaub spätestens verloren haben. Na, dann war ich noch einen Cafe trinken in aller Hektik, da die Jungs direkt während der Bestellung wach wurden und Andre mich anrief. „Bitte kommen, sofort!“ ...also nix mit genießen!!!! Zurück zum Auto, weiter zur Kuhwiese, vorher noch schnell das Nötigste im Mercadona gekauft und ab in den Schatten von einem der Chiringuitos. Ungewöhnlich für Tarifa, aber es war den ganzen Tag windstill und brüllend heiß! Zum ersten mal haben wir uns heute auswärts etwas zu Essen gegönnt „Pommes“ mit zwei erfrischenden Biers. Andre ist mit den Jungs anschließend zum Wasser runter und ich hatte 2 Stunden Zeit für mich, genauer genommen um weiterzuschreiben. Vorm Abendessen bin ich mit den Kids nochmal an den Strand „Wellenspringen“. Seit dem lieben sie diese Beschäftigung. Beide Hände muss man festhalten und sobald eine Welle kommt springen sie rüber (meistens hebt man sie hoch). Am Auto wieder angekommen bereitete Andre unser Abendschmaus vor, eine Kartoffelpfanne. Er hatte die ganze Zeit auf uns gewartet, da er zu einem Engländer wollte, der auch in näheren Umgebung seinen Wohnwagen aufgestellt hatte und mit bestimmten Naturheilmitteln sein Geld verdiente. Er nahm Pepe mit und man glaubt es nicht, Pepe schläft dort einfach ein. Ein kleiner Powernap! War wohl recht langweilig dort, wer hätte das gedacht! Danach war Pepe leider wieder recht fit und machte im Bett nur Mist, mit Vorliebe ärgerte er Bosse. Andre, logischerweise wieder gut drauf und recht entspannt (ich genervt) klemmte das Bodyboard zwischen den beiden Jungs mit der neuen Regel, die unterschiedlichen Seiten durften ab jetzt nicht betreten werden. Zwanzig Minuten später hatten wir Ruhe. Da es so schön war begann der Papa seinen Tag wieder mit einem Stuhlgang im Meer. Es war wieder kein Wind, ich schnappte mir Pepe, Bosse war wie immer noch am schlafen, und ging mit ihm zum Strand. So früh am morgen ( 8 Uhr) ist man fast alleine und kann richtig schön nackt schwimmen gehen. Somit planschten wir beide, der eine „groß,schwammig“ und der andere „klein,drahtig“, zusammen im Meer herum. Anschließend wollte Pepe noch durchs Wasser am Strand entlang waten. Ich kam mir nackt schon ein wenig schäbig und komisch vor. Aber Pepe wollte unbedingt das ich genauso splitterfasernackt durch die Gegend spaziere wie er. Was man nicht alles macht! Irgendwann kam auch Andre mit Bosse auf den Schultern. Spätestens jetzt konnte ich mich ohne Geschrei wieder anziehen.Wir sind noch einige Zeit dageblieben, dann gab es Restefrühstück und ab ins Auto. Pepe hatte sich irgendwann in unser Bett verzogen und kotzte erst einmal alles voll, kurz bevor wir aufbrechen wollten. Schnell alles abziehen und uns war klar, okay der nächste Stop wird ein Campingplatz werden. Wir sind bis Amunecar gefahren und haben dort mit Blick auf die Stadt und in ein grünes Tal einen alternativen Campingplatz gefunden, leider ohne Waschmaschinen. Der Besitzer war dauerbreit, wollte aber für 10 Euro pro Waschmaschine unsere Wäsche waschen. Wir benötigten drei Waschgänge und da gab es dann den Sonderpreis von nur 20 Euro!!!! Na, Pepe war ja auch noch nicht fertig mit dem Übergeben... er hatte auf dem Weg einmal im Auto in eine Tüte gekotzt, zweimal bei Burger King vorm Spielpark und dann noch ein paarmal auf dem Campingplatz. Er lag die ganze Zeit draußen auf einer Decke und wollte auch dort schlafen, da er einfach zur Seite wegbrechen konnte. Er hatte ja sowieso nur noch Wasser intus! An dem Abend war es sonst eigentlich ganz chillig. Wir haben die Atmosphäre und das ganze Grün der Landschaft genossen. Ich habe für uns Nudeln mit Tomatenpampe plus Thunfisch und Pfirsiche gekocht und es gab mal wieder ein Fläschchen Rotwein. Bosse hat mit mir in unserem Bett geschlafen und Andre draußen bei Pepe, der sich am nächsten Morgen um 7 Uhr zum letzten Mal übergeben musste. Zum Frühstück gab es die Nudeln vom Vortag...köstlich. Pepe habe ich versucht mit ein paar salzigen Crackern aufzupeppeln. Im Laufe des Vormittags ging es immer besser. Allerdings wollte er die meiste Zeit mit seiner Nuckelflasche (damit macht er uns irre!!! Er ist süchtig danach!!! Jeder dritte Satz „Mama, Flasel!? ) auf seiner Decke liegen und vor sich hindösen! Mein Wunsch, eine Städtebesichtigung zu machen, viel also ins Wasser! Andre ist dann alleine mit Bosse in die Stadt Almunicar gefahren. Eine Stunde später kam er total angenervt wieder, da er nirgendwo Wifi gefunden hatte, was er so dringend benötigte. Bosse hingegen war glücklich, er durfte sich ein Eis aussuchen und dann war alles gut. Um 14 Uhr sind wir dann weitergefahren bis zu einem Naturschutzgebiet, das zum Unesco Geokulturerbe gehört. Wir wollten einen kurzen Stop an einer Tanke machen, das war ja mal total abgefahren. Die Tanke war schon lange nicht mehr im Gebrauch. Eine Geistertanke, man fühlte sich irgendwie voll komisch, es war richtig unheimlich. Es war total windig, überall klapperte es und es waren nur 2 Autos weit und breit zu sehen mit heruntergekurbelten Fenstern und ohne Insassen. Ansonsten war nur eine sandige, verstaubte Landschaft und eine vereinsamte Strasse weit und breit zu sehen. Gruselig, wie eine Kulisse aus Mad Max! Im Park angekommen erinnerte die Landschaft mich an Arizona (oder Teneriffa Süd ohne Bebauung). Sehr wenige Pflanzen und alles war staub trocken. Die Strände waren zum Teil sehr unberührt und ewig lang. Wir haben unser Nachtrevier in Las Negras aufgeschlagen. Das ist ein kleines Dörfchen, bekannt als Ausgangspunkt für eine Wanderung zu einem wunderschönen Strand, an dem sich Hippies angesiedelt und die wenigen Häuser dort besetzt haben. In las Negras traf man dann natürlich auch viele Typen,die man nach einem guten Stellplatz für unser Nachtlager fragen konnte. Uns wurde ein Aussichtspunkt auf einem Berg nahe gelegt, mit einem tollem Ausblick; die Polizei würde dort nie hinkommen. Na, wir mit den Kindern zum austoben schnell auf einen Spielpaltz und Mama ab in einen Supermarkt (lecker Fleisch kaufen). Heute war wieder Grillen angesagt. Unser Schlafplatz war toll. Von oben hatten wir Blick auf das Meer, auf Las Negras und die Steilküste. An dem Abend fuhren oder wanderten auch so einige Hippies an uns vorbei. Die meisten waren auf dem Rückweg! Als die Kinder schliefen haben wir im stockdunkeln gesessen und die Sterne betrachtet. Die waren in dieser Nacht so klar und deutlich zu sehen, da man sonst überhaupt kein Licht sah!!! Als wir schon im Bett lagen mit offener Tür wurde es so richtig kitschig. Aus dem Meer kam langsam der noch fast volle Mond hervor. Man, man, man…das war ja kaum auszuhalten!!! Ich bin 7.30 Uhr mit Pepe aufgestanden. Wir haben die Aussicht genossen und zwei Esel unter uns entdeckt. Davon war Pepe begeistert. Er setzte sich auf einen Stein und hat sie einfach nur beobachtet. Als Papa Andre und Bosse dann endlich mal aufgestanden sind (Bosse schlief auch erst um 00.00 Uhr) musste Pepe ihnen sofort ganz aufgeregt die Esel zeigen. Leider wurde es um 9.30Uhr schon so heiß, daß man nur noch im Schatten sitzen konnte. Also schnell alles rausgeholt und dann gab es die Fleischreste und Bananen vom Vortag. Wir quetschten uns alle in den wenigen Schatten, den unser Transit so abwarf. Die ersten Jogger und Wanderer kamen mir schon morgens ganz früh entgegen. Einige sogar splitterfasernackt, nur mit einem Rucksack bekleidet! Unten am Meer haben wir uns erst einmal abgekühlt. Ich hatte gehofft, dass wir den Kindern im Mittelmeer das Schwimmen ansatzweise beibringen könnten. Ich bin mit jedem Einzel ins Wasser, die Kinder waren bis zur Schulter unter Wasser, natürlich nur auf meinem Arm, aber das war auch das höchste der Gefühle. Sie klebten so eng an meinem Körper, daß man keine Chance hatte sie auf das Wasser zu legen und irgendwelche Schwimmbewegungen zu praktizieren. Da am Strand schon wieder tausend Hunde Hilde verfolgten, hatte Andre keinen Nerv mehr. Wir fanden dann endlich, seit Tagen, ein Cafe mit Wifi und zusätzlich richtig guter Musik. Andre war für die nächsten drei Stunden ausgenockt. Ich habe die Kids mit doppelter Schicht an Sonnencreme 50 eingecremt und bin wieder zum Strand. Die Kids konnten sich super beschäftigen (Steine ins Wasser schmeißen oder vor den Miniwellen wegrennen). Nach dem Andre fertig war und all seine Mails bearbeitet hatte, war er so richtig scheiße drauf! Er Hatte rausgefunden, das unsere derzeitige Einnahmequelle im Zoll festsaß (Kugelspiralen) und seine zweite Einnahmequelle der Onlineshop wegen einem Hackerangriff gesperrt war. Na toll!!! Als er endlich fertig war habe ich ihn mit den Kids auf den Spielplatz geschickt und habe mir für eine halbe Stunde Auszeit von den Kindern gegönnt. In dem Cafe mit guter Musik habe ich mich verwöhnen lassen, ein Shandy getrunken und ein Tapas dazu gegessen. Andre hatte sich schon einiges während seiner Internet Session gegönnt. Um 16 Uhr fuhren wir dann nach morija. Wir fuhren durch leichte Serpentinen, an tollen Stränden vorbei. Morija selber war eine typische Küstenstadt mit ganz vielen netten Bars am Strand. Nicht für uns, aber nett zum angucken. Als wir am südlichsten Ende der Stadt unseren Stellplatz gefunden hatten, direkt am Meer in der Nähe einer Strandbar, habe ich zuerst mal für uns beide 2 Bier gekauft . Man glaubt es kaum, in der Bar lief Fußball und ich habe zum ersten mal gecheckt, dass ja schon die Europameisterschaft angefangen hat. In der Bar waren sie alle am glotzen. Wir hatten Fisch im Supermarkt gekauft und mussten ihn zum Teil noch ausnehmen. Die drei Jungs lieben diese Aktion. Als der Fisch 1.5 kg endlich aufgefressen (kann man schon sagen) war kamen die kleinen Jungs direkt ins Bett. Ich war soooo froh; Pepe war heute nämlich sau anstrengend. Er hatte bestimmt drei Wutanfälle und Andre hat ihn zweimal so richtig zur Sau gemacht (mich dazu, weil ich mir viel zu viel gefallen lassen würde). Na, und als ich dann die Ruhe geniessen wollte war zu guter Letzt der Rotwein auch noch gegoren und wir hatten nur Wasser zu trinken. Was doof!!!!